5. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) / Deutscher Anästhesiecongress (DAC) 26. bis 29. April 2008, CongressCenter Ost Nürnberg

Noch nie waren Narkosen so sicher wie heute. Trotzdem ist Angst vor der Betäubung bei manchen Menschen groß. Das ist aber unbegründet. Bei gesunden Patienten ohne Vorerkrankung ist die Wahrscheinlichkeit eines narkosebedingten Zwischenfalls sehr gering. Sie liegt sogar nur bei 1 zu 250.000, so die Experten im Vorfeld des Bürgerforums „Keine Angst vor der Narkose! Wie sicher ist die Anästhesie?“ anlässlich des Deutschen Anästhesiecongresses in Nürnberg.

Die Narkose hat in Deutschland ein extrem hohes Sicherheitsniveau erreicht. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) spricht sich entschieden dafür aus, dass Narkosen ausschließlich von spezialisierten Ärzten und nicht von Medizinisch technischen Assistenten für Anästhesiologie (MAfA) ausgeführt werden. Patienten können sich heute darauf verlassen, dass ihnen während der gesamten Dauer der Narkose ein ausgebildeter Facharzt zur Seite steht.

Während der Narkose kontrolliert er regelmäßig Blutdruck und Herzaktion und kann so jederzeit frühzeitig auf sich anbahnende Komplikationen reagieren. Dem Narkosearzt stehen dafür technisch hochwertige Narkosegeräte und sehr gut erforschte und verträgliche Medikamente zur Verfügung. Während der Narkose prüft der Anästhesist auch permanent, wie tief der Schlaf des Patienten ist. Anhand von beispielsweise Kreislaufreaktionen und Hirnstromaktivitäten kann er dies zu jeder Zeit feststellen. Die Messung von Hirnstromaktivitäten, sogenanntes Neuromonitoring, leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Narkoseärzte unternehmen alles, um Wachheit während einer Narkose in jedem Falle zu verhindern. Wenn Patienten dennoch Erinnerungen an eine mögliche Wachheit haben, handelt es sich um Erinnerungen an sehr kurzdauernde Empfindungen während der Einschlaf- oder Aufwachphase, so die Experten der DGAI. Eine mögliche Wachheit während der Narkose kann sofort festgestellt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Zu den vertrauensbildenden Maßnahmen gehört auch, dass ein qualifizierter Narkosearzt ein Aufklärungsgespräch führt und eine für die Narkose relevante Voruntersuchung durchführt.