Im Rahmen aktueller Forschungen in Japan wurden Bakterien, die Magengeschwüre und –krebs verursachen, im Mund von einigen Menschen mit schlechtem Atem entdeckt, obwohl diese keine Anzeichen von Magenerkrankungen aufwiesen. Die Studie wurde durchgeführt von Dr. Nao Suzuki vom Fukuoka Dental College in Fukuoka/Japan und seinen Kollegen. Sie wurde in der Dezember-Ausgabe des „Journal of Medical Microbiology“ veröffentlicht.

Forscher entdeckten kürzlich, dass die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori eine mögliche Ursache für Magengeschwüre und Magenkrebs darstellt. Diese Bakterien tragen über 90 Prozent der Bevölkerung in den Entwicklungsländern und 20 bis 80 Prozent der Menschen der westlichen Welt in sich. Im Mund des Menschen leben über 600 verschiedene Arten von Bakterien, wovon einige auch Erkrankungen verursachen können. Neuere Forschungen weisen darauf hin, dass der Mund ein geeignetes Sammelbecken für Helicobacter pylori ist. Dies gilt besonders bei bestehenden parodontalen Erkrankungen, die als Ursache für Halitosis und schlechten Atem bekannt sind.

Suzuki erklärte, dass schlechter Atem und Halitosis bei Menschen verbreitet vorkommen. Meist liegen die Ursachen bei Zahnfleischerkrankungen, Ablagerungen auf der Zunge, mangelnder Mundhygiene und schlecht befestigten Füllungen, in denen sich Bakterien einnisten. „Bakterien erzeugen flüchtige Verbindungen, welche unangenehm riechen. Dazu gehören Hydrogensulfid, Methylmercaptan und Dimethylsulfid. Ärzte messen häufig die Werte dieser Verbindungen, um das Problem zu diagnostizieren. Gastrointestinale Erkrankungen werden im Allgemeinen ebenfalls als Verursacher von Halitosis angesehen“, sagte Suzuki.

Suzuki und seine Kollegen beschlossen, die Verbreitung von Helicobacter pylori im Mund von Menschen mit schlechtem Atem zu untersuchen. „Kürzlich haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Helicobacter pylori im Mund leben kann“, sagte Suzuki und fügte hinzu: „Wir wollten untersuchen, ob die Bakterien schlechten Atem verursachen können. Also testeten wir Patienten, die Probleme mit Halitosis hatten, auf das Vorhandensein von Helicobacter pylori.“

Für die Studie untersuchten die Forscher die DNA des Speichels von 326 Japanern; 251 hatten zu diesem Zeitpunkt schlechten Atem oder Halitosis, die anderen 75 nicht. Keiner von ihnen zeigte Anzeichen von Magenerkrankungen. Sie fanden Helicobacter pylori und andere Bakterien, die mit parodontalen Erkrankungen einhergehen, einschließlich Porphyromonas gingivitis, Treponema denticola und Prevotella intermedia.

Im Speziellen zeigten die Ergebnisse folgendes:

  • 21 (6,4 Prozent) der Teilnehmer hatten Helicobacter pylori in ihrem Mund.
  • Diese Teilnehmer wiesen auch erhöhte Werte anderer Indikatoren für parodontale Erkrankungen auf, darunter erhöhte Werte bei: Methylmercaptan, ausnahmslos allen parodontopathogenen Bakterien; Zahnbeweglichkeit, parodontale Taschentiefe; okkultem Blut im Speichel.
  • Von 102 Teilnehmern mit parodontalen Erkrankungen war bei 16 (15,7 Prozent) Helicobacter pylori im Mund nachweisbar.

Die Forscher zogen den Rückschluss, dass das Vorhandensein von Helicobacter pylori bei fast 16 Prozent der Teilnehmer mit Parodontitis folgendes bedeutet: „Fortschreitende Vertiefung der Zahnfleischtaschen und Entzündungen können die Besiedelung dieser Spezies begünstigen. Die Infektion mit Helicobacter pylori könnte indirekt mit oral-pathologischer Halitosis verbunden sein, die als Folge von Parodontitis auftritt.“

„Obwohl das Vorhandensein von Helicobacter pylori im Mund nicht direkt den schlechten Atem verursacht, steht es in Verbindung mit parodontalen Erkrankungen, welche schlechten Atem verursachen“, sagte Suzuki. Das Team würde sich nun Folgendem zuwenden: „Die Verbindung zwischen Helicobacter pylori im Mund und im Magen. Wir hoffen schon bald herauszufinden, welche Rolle der Mund bei der Übertragung von Helicobacter pylori in Hinsicht auf Mageninfektionen spielt.“

Quelle: „Detection of Helicobacter pylori DNA in the saliva of patients complaining of halitosis.“
Nao Suzuki, Masahiro Yoneda, Toru Naito, Tomoyuki Iwamoto, Yousuke Masuo, Kazuhiko Yamada, Kazuhiro Hisama, Ichizo Okada, and Takao Hirofuji.
J. Med. Microbiol, Dec 2008; 57: 1553 – 1559. DOI: 10.1099/jmm.0.2008/003715-0
medicalnewstoday.com, 24.11.08