Die Substitution mit Lutschpastillen kann nun bei Rauchern, die Kaugummis bislang ablehnten, die Erfolgschancen einer Entwöhnung erhöhen. Bislang stellte der Nikotin-Kaugummi die einzige verfügbare Variante der oralen Substitution dar. Allerdings wurde dieser von vielen Rauchern abgelehnt. Kiefergelenksbeschwerden beim Kauen, unangenehmes Verkleben oder ein Ablösen des Zahnersatzes spielten dabei eine Rolle. US-amerikanische und britische Wissenschafter (PV Theodosopoulos et al.) haben in einer plazebokontrollierten Studie eine neu entwickelte Nikotin-Pastille getestet. Sie teilten 1.818 entwöhnungswillige Teilnehmer in zwei Gruppen ein:

  1. schwere Raucher – diese erhielten täglich eine Pastille mit 4 mg Nikotin
  2. leichte Raucher – die eine Pastille mit 2  mg Nikotin erhielten

Als schwere Raucher wurden Personen klassifiziert, die bereits in den ersten 30 Minuten nach dem Aufstehen zur Zigarette greifen. Kontrolluntersuchungen fanden nach 2, 4, 6, 12, 24 und 52 Wochen statt. Nur die absolute Zigaretten-Abstinenz galt als Erfolgskriterium, in den ersten sechs Wochen allerdings schon eine mindestens vierwöchige rauchfreie Phase. Die Selbstauskünfte der Probanden kontrollierten die Autoren anhand der exspiratorischen Kohlenmonoxid-Konzentration in der Atemluft. Es zeigte sich, dass die Abstinenzrate bei Einnahme der Nikotin-Pastille signifikant höher als in der Plazebo-Gruppe war. (46% versus 29,7% in der 2 mg-Gruppe; 48,7 versus 20,8% in der 4 mg-Gruppe). Vor allem schwere Raucher profitierten damit von der Substitution. Nach einem Beobachtungszeitraum von einem Jahr lag die Erfolgsrate noch bei 15 bis 18%. Die Pastillen stellen somit gerade für Raucher, für die eine Entwöhnung mit Nikotin-Kaugummis bislang nicht in Frage kam, eine neue Chance zur Suchtbewältigung dar.