Menschen mit Parodontitis entwickeln doppelt so häufig Präkanzerosen und viermal so oft orale Tumoren wie Menschen ohne ernsthafte parodontale Erkrankungen. Eine Forschungsgruppe der nordamerikanischen Buffalo University wertete Daten der Third National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES III) aus. Im Rahmen dieser Studie waren fast 14.000 US-amerikanische Bürger zwischen 1988 bis 1994 von den Centers for Disease, Control and Prevention auch auf ihren oralen Gesundheitszustand hin untersucht worden. Aus diesen NHANES III-Daten analysierten die Wissenschaftler jene Teilnehmer, die mindestens zwanzig Jahre alt waren sowie mindestens sechs natürliche Zähne besaßen. Die Forscher ordneten die Daten zwei Gruppen zu:

  1. Parodontalkranke, mit einem Attachment-Verlust von durchschnittlich mehr als 1,5 mm
  2. parodontal weniger stark Erkrankte, mit einem Attachment-Verlust unter 1,5 mm.

Zugrunde lagen die Attachment-Level aller Zähne. Anschließend analysierten die Zahnmediziner das Vorkommen von Tumoren und präkanzeröser Läsionen. Die Auswertung wies für Teilnehmer mit schwerer Parodontitis ein deutlich höheres Risiko, an Krebs der Mundhöhle zu erkranken, nach, als für Menschen mit geringer ausgeprägten parodontalen Erkrankungen. Das Risiko für präkanzeröse Oralläsionen hatte sich demnach verdoppelt, das für orale Tumoren sogar vervierfacht. Obwohl diese Studienergebnisse keinen kausalen Zusammenhang zwischen parodontalen Erkrankungen und Mundhöhlenkrebs beweisen, könnte nach Ansicht der Wissenschafter die aufgezeigte Assoziation entscheidende Hilfe bei der Früherkennung leisten. Zudem liefere die Auswertung einen weiteren deutlichen Hinweis auf eine mögliche Assoziation zwischen Infektionen und Tumorentstehung.