Seit einigen Jahren wird vermehrt über den Zusammenhang zwischen Parodontitis und systemischen Erkrankungen diskutiert.

Die Assoziation zwischen Parodontitis und Diabetes mellitus ist im Vergleich mit anderen Systemerkrankungen die am besten untersuchte, und eine hohe Evidenz für einen kausalen bidirektionalen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Diabetes liegt vor. Parodontitis kommt bei Diabetikern häufiger als bei Personen ohne Diabetes vor. Bei Diabetikern ist zudem die Parodontitis stärker ausgeprägt und schreitet schneller voran.

Zahlreiche Studien belegen, dass das erhöhte Risiko für die Entstehung und Progression einer Parodontitis von der glykämischen Einstellung des Diabetes
abhängt. Andererseits wird durch eine Parodontitistherapie die metabolische Einstellung eines Diabetes verbessert: Metaanalysen haben gezeigt, dass eine Parodontitisbehandlung den Hämoglobin-(Hb)A1c-Wert um ca. 0,4 Prozentpunkte reduzieren kann.

Aus den Interaktionen zwischen Parodontitis und Diabetes ergeben sich zahlreiche Konsequenzen für die zahnärztliche Praxis. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist für eine erfolgreiche Behandlung von parodontal erkrankten Diabetikern essenziell.

Quelle: Der Freie Zahnarzt, 02/2011