Laut Resultaten einer im „BMJ“ publizierten Studie steigt bei Personen, die seltener als zweimal pro Tag Zähne putzen, das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen deutlich an.

Dr. Cesar de Oliveira und Kollegen vom University College London, UK, analysierten diesbezügliche Daten von 11.869 Frauen und Männern (durchschnittlich 50a), die im Zuge des Scottish Health Survey Fragen bezüglich Rauchgewohnheiten, physischer Aktivität und Mundhygiene beantworteten. Weiters wurden anamnestische Informationen zu kardialen Erkrankungen und Blutdruck der Probanden und deren Familienmitgliedern gesammelt. Bei Blutproben einer Subgruppe (n=4.830) wurden CRP- und Fibrinogen-Werten gemessen.

Die Resultate zeigten generell recht gute orale Hygienepraktiken – 62 Prozent der Teilnehmer gaben an alle sechs Monate einen Zahnarzt aufzusuchen, 71 Prozent berichteten, dass sie zweimal pro Tag Zähne putzten.

Innerhalb eines durchschnittlichen Beobachtungszeitraums von 8,1 Jahren wurden 555 kardiovaskuläre Ereignisse dokumentiert – 170 davon fatal.
Bei Studienteilnehmern, die über eine unzureichende Mundhygiene (<1mal Zähne putzen/d) berichteten, konnte im Vergleich zu jenen, die zweimal täglich Zähne putzten, ein deutlich gesteigertes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse errechnet werden (HR=1,7 [95% CI 1,3-2,3]; p<0,001). Die Hazard Ratio für kardiovaskuläre Ereignisse lag bei einmal täglichem Zähne putzen bei 1,3 (95% CI 1,0-1,5).
Seltenes Zähne putzen war mit höheren CRP- und Fibrinogen-Werten assoziiert.

Die Wissenschafter konkludieren, dass die oben beschriebenen Resultate vorausgegangene Vermutungen bestätigen und bestärken, dass eine unzureichende Mundhygiene mit einem gesteigerten Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen assoziiert ist.

Link: BMJ; 2010 May 27, 340: c2451 (english)
Quelle: Medscape, 28. Mai 2010