Exzessiver Genuss von säurehaltigen Softdrinks kann zu Zahnverlust führen.
Vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen registrieren Zahnärzte einen durch so genannte Soft-Drinks verursachten Verlust von Zahnschmelz. Die in den Getränken enthaltene Zitronen- oder Phosphorsäure löst das im Zahnschmelz reichlich vorhandene Calcium heraus und zerstört so schleichend den Zahn.

Materialwissenschafter der Friedrich-Schiller-Universität Jena (K. Jandt et al.) haben in Zusammenarbeit mit englischen Kollegen von der University of Bristol erstmals eine hochempfindliche Messmethode erprobt, mit der sie die Erosion von Zahnschmelz nachgewiesen haben. Zur Früherkennung der Zahnschmelzerweichung wandten die Wissenschafter erstmals die hochempfindliche Messmethode der „Nanoindentation“ an. Dabei wird eine extrem feine Spitze in die Oberfläche des Zahnschmelzes gedrückt. Dann wird die Kraft gemessen, die der Schmelz der Spitze entgegensetzt. Mit der Methode gelingt es die Erweichung zu messen, die nach nur zwei Minuten Einwirkzeit der Soft-Drinks eintritt. So erkennen die Forscher Zahnerosion lange bevor sie für den Zahnarzt sichtbar ist. Das sei ein wichtiger Fortschritt, denn nach kurzen Einwirkzeiten ist der Erosionsprozess noch umkehrbar da sich die menschlichen Zähne bis zu einem gewissen Grad selbst reparieren. Die Forscher aus Bristol und Jena konnten weiters zeigen, dass die Zahnschmelzerweichung vom pH-Wert, also vom Säuregehalt der Getränke abhängt. Je saurer ein Getränk ist, desto mehr erweicht der Zahnschmelz. Enthalten die Getränke hingegen Calcium und Phosphate sind sie potenziell weniger erosiv. Diese Erkenntnisse will die Industrie anwenden um besagte Getränke mit weniger Säure, aber mehr nutzbringenden Mineralien zu entwickeln.