Prävention zwar notwendig, aber nur begrenzt erfolgreich für die Zahngesundheit
Das Institut für evidenzbasierte Medizin (DIeM) in Köln hat Ursachen und Präventionspotenzial für den Zahnverlust untersucht. Es fand heraus, dass Prävention zwar notwendig, aber nur begrenzt erfolgreich für die Zahngesundheit ist. Auch bei regelmäßigem Zähneputzen und weiteren prophylaktischen Maßnahmen kann ein Zahnverlust nicht ausgeschlossen werden. Auch sei nach Erkenntnissen des Instituts die Annahme falsch, dass die Versicherten es selbst in der Hand hätten, ob Zahnersatz im Laufe des Lebens erforderlich sei oder nicht. Denn Prophylaxemaßnahmen führten häufig nicht zu einer wesentlichen Reduktion der Zahnerkrankungen. Dies ergab eine Interventionsstudie bei 13-jährigen Schülern. Sogar bei Menschen mit einem niedrigen Zahnverlustrisiko lasse sich durch intensive Prävention der Zahnverlust nicht vollständig verhindern, so die DIeM-Ergebnisse. Außerdem seien Erkrankungen und die genetische Veranlagung eine entscheidende Voraussetzung für die Beschaffenheit der Zähne.

Die Volkskrankheit Karies spielt mit 21 Prozent eine entscheidende Rolle, Parodonthose mit 27 Prozent. 4,5 Prozent der Bevölkerung – unabhängig vom sozialen Umfeld – hätten eine genetische Anfälligkeit dafür, ihre Zähne zu verlieren. Hinzu kommen chronische Erkrankungen und Behinderungen wie Diabetes mellitus, Rheumatoide Arthritis, Osteoporose und Down-Syndrom, die den Zahnverlust beschleunigen. Dennoch dürfen soziale Faktoren nicht übersehen werden, die das Risiko für Zahnkrankheiten erhöhen, so die DIeM-Untersuchung.