Gentechnisch veränderte Lactobazillen exprimieren an ihrer Oberfläche
Antikörperfragmente für Bindestellen von S. mutans, was deren Fähigkeit zur Adhäsion an der Zahnoberfläche schwächt. Eine internationale Arbeitsgruppe um den schwedischen Oralbiologen L. Hammarström sowie Wissenschafter aus den Niederlanden und Großbritannien haben aussichtsreiche Erfolge mit einer Karies-Impfung auf gentechnischen Grundlagen im Tierversuch erzielt. Das Team generierte im ersten Schritt gentechnisch veränderte Lactobazillen der Spezies Lactobazillus zeae. In diese brachten die Forscher ein Stück DNA ein, das die Synthese spezifischer Teile eines Streptococcus mutans-Antikörpers kodiert. Diese Antikörperfragmente können an die Bindungsstelle des SAI/II-Proteins von S. mutans andocken. Die in den veränderten Lactobazillen produzierten spezifischen Antikörperfragmente werden in deren Zellwand integriert. Die Integration schützt die Antikörper vor dem Abbau. In einem zweiten Schritt werden die manipulierten Lactobazillen auf die orale Schleimhaut aufgebracht, die sie problem- und gefahrlos besiedeln. Eine Großzahl der Streptokokken bindet fortan an die Antikörperfragmente und damit nicht mehr an die Zahnoberfläche. Als Folge verklumpen die Streptokokken mit den Lactobazillen und werden so ausgeschieden. Versuche mit kariesanfälligen Ratten konnten die Wirkung bestätigen. Vier Tage ließen die Forscher den veränderten Lactobazillen Zeit sich auf der oralen Schleimhaut der Tiere zu etablieren. Dann brachten sie vermehrt S. mutans auf. Nach knapp drei Wochen zeigten die „immunisierten“ Tiere signifikant geringere Ablagerungen von S. mutans auf den Zähnen und in der Folge weniger Karies.