Bei der Entstehung von Asthma spielt die Versorgung der Embryonen mit den Spurenelementen Selen und Eisen eine entscheidende Rolle. In den Milchzähnen sind Informationen aus der Embryonalentwicklung gespeichert, die eine Risikoabschätzung erlauben. Der Grundstein für verschiedene chronische Erkrankungen kann bereits im Laufe der Schwangerschaft gelegt werden. Die oberen zwei Schneidezähne entwickeln sich noch im Mutterleib und dokumentieren den Ernährungsstatus des Embryos im Laufe der Schwangerschaft. Wissenschaftern des Kings College in London standen für ihre Untersuchung etwa 12.000 Milchzähne zur Verfügung, die im Rahmen der Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC) gesammelt wurden. 250 Milchzähne von Kindern mit und ohne Asthma wurden ausgewählt und eine Schmelzanalyse auf die Spurenelemente Selen und Eisen durchgeführt. Erste vorläufige Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass eine höhere Aufnahme von Selen während der Schwangerschaft, das Risiko für Asthma in der frühen Kindheit reduziert. Embryonen, die während der Schwangerschaft besser mit Eisen versorgt waren, litten im weiteren Verlauf ihrer Kindheit seltener unter Asthma oder Ekzemen. Die Autoren hoffen, der Aufklärung der Ursachen von chronischen Erkrankungen wie Asthma bronchiale einen Schritt näher gekommen zu sein.