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Implantate – Was ist ein Implantat?

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 Der schnellste Weg zu festen Zähnen:Die All-On-Four-Methode kommt ohne Knochenaufbau aus. Der provisorische Zahnersatz wird wenige Stunden nach der Operation fest auf den vier Implantaten verschraubt.

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pdf dokument zahnarzt luzern

Einführung

Einer der Hauptschwerpunkte unserer Tätigkeit ist die Implantatbehandlung. Dr. Schulte implantiert seit dem Jahr 1986 und hat bis heute weit über 3000 Implantate gesetzt. Als Spezialist für Oralchirurgie hat er die Weiterentwicklung dieser noch relativ jungen Disziplin von Anfang an aktiv mitverfolgt.

Noch vor nicht allzu langer Zeit gab es bei Zahnverlust für den Patienten nur zwei Alternativen: Waren noch zwei gesunde Nachbarzähne vorhanden, so wurden diese zum Einsetzen einer Brücke abgeschliffen. Oft genug mussten die Betroffenen aber auch mit einer herausnehmbaren Teilprothese oder sogar einer Vollprothese vorlieb nehmen. Abgesehen von der unzureichenden Ästhetik und der bisweilen schlechten Kaufunktion darf man nicht vergessen, dass herausnehmbare Prothesen für den Patienten oft auch ein gravierendes psychologisches Problem darstellen.

Zum Glück ist es heute mit Zahnimplantaten in fast allen Fällen möglich, dauerhaften und festsitzenden Zahnersatz einzugliedern, der funktionell und ästhetisch den eigenen Zähnen vergleichbar ist. Nach den vorliegenden Studien haben von erfahrenen Implantologen eingesetzte Implantate eine Langzeit-Erfolgsrate von 95%. Das bedeutet, zehn Jahre nach der Implantation funktionieren noch 95% der Implantate einwandfrei. Diese Langzeitergebnisse sind sogar deutlich besser als diejenigen von Brücken oder Teilprothesen. Man geht heute davon aus, dass fachgerecht eingepflanzte Zahnimplantate bei guter Pflege und korrektem Verhalten des Patienten lebenslang halten können. Aus diesem Grund gewähren wir unseren Patienten 10 Jahre Garantie gegen Implantverlust.

In den letzten Jahren hat sich die Implantologie stürmisch fortentwickelt. Angefangen bei neuen diagnostischen Verfahren wie der Digitalen Volumentomographie über die computergeführte Navigation bei der Implantat-Operation bis zur Sofortbelastung der Implantate gibt es eine Reihe von Neuerungen, die dem Patienten noch mehr Sicherheit und Komfort in Aussicht stellen. Doch leider werden nicht alle in Werbung und Medien gemachten vollmundigen Versprechungen erfüllt: Im boomenden Markt der Implantologie tummeln sich auch unseriöse Anbieter, und für den Patienten ist es mitunter nicht leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Um Ihnen einen sachlichen Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen der zahnärztlichen Implantologie zu geben, erhalten Sie in diesem Kapitel umfangreiche und bebilderte Informationen, die Sie abschnittsweise lesen oder als PDF herunterladen und ausdrucken können.

Dr. Markus Schulte, Implantologe und Oralchirurg
Dr. Markus Schulte ist Spezialist für Oralchirurgie und Implantologe und hat in seiner über 30-jährigen Berufspraxis Tausende von Implantaten gesetzt.

Was ist ein Implantat

Ein Dentalimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel aus einem gewebeverträglichen (biokompatiblen) Material, die zum Ersatz eines verloren gegangenen Zahnes operativ in den Kieferknochen eingepflanzt wird. Als Standard haben sich heute schrauben- oder zylinderförmige Implantate aus reinem Titan durchgesetzt. Titan ist ein einzigartiges Metall: Der Knochen verwächst ohne trennende Zwischenschicht mit seiner Oberfläche: man nennt diesen innigen Kontakt zwischen Knochen und Titan Osseointegration. Reintitan ist so gewebefreundlich, dass es weder Abstossungs- noch Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien) auslöst und auch keine entzündliche Reaktion der Mundschleimhaut verursacht. Aufgrund seiner extrem gewebeverträglichen Eigenschaften wird das harte und belastungsfähige Titan heute in grossem Stil auch für andere medizinische Implantate, z.B. Hüftgelenke, Herzschrittmacher etc. eingesetzt. Die Titan-Oberfläche von Dentalimplantaten wird mit speziellen Verfahren angeraut, um die Haftung der Knochenzellen zu verbessern und die Einheilung zu beschleunigen.

schrauben implantate
Verschiedene Typen von Schraubimplantaten aus Titan.
osseointegration
Osseointegration unter dem Mikroskop. Querschnitt durch ein im Knochen eingewachsenes Implantat.

Dentalimplantate sind heute üblicherweise zylindrische oder leicht konische (Zahnwurzel-Form) Schrauben und haben normalerweise eine Länge von 6-18 mm und einen Durchmesser von 3-6 mm. Der Implantatkopf beherbergt ein kleines Innengewinde, das den Anschluss des Aufbau-Pfostens (das sogenannte Abutment) ermöglicht. Je nach Verwendungszweck (Kronen, Brücken Prothesen) gibt es unterschiedliche Abutments.

Es gibt am Markt unzählige Implantathersteller, aber nur für wenige Systeme existieren wissenschaftliche Studien und Langzeitergebnisse. In unserer Praxis kommen Implantate der Firmen…

…zum Einsatz. Es handelt sich um Marktführer mit jahrzehntelang bewährten und ständig verbesserten Systemen, für die hervorragende Langzeitergebnisse dokumentiert sind.

knochenzelle titanoberflaeche implantate
Eine Knochenzelle sitzt direkt auf der angerauten Titanoberfläche auf.

Keramik-Implantate

Keramik-Implantate aus Zirkon-Keramik werden in letzter Zeit häufiger als Alternative zum Titan propagiert.Als Vorteil wird die besondere Gewebefreundlichkeit (Biokompatibilität) der Keramik genannt, die auch durch ihre glatte Oberfläche in der Tat die Anlagerung von bakteriellen Belägen (Plaque) vermindert.

Ein Nachteil ist aber, dass Keramikimplantate leichter brechen als solche aus Titan und aus Stabilitätsgründen bisher meistens nur einteilig hergestellt werden können. Damit entfällt die Möglichkeit, mit abgewinkelten Aufbaupfosten zu arbeiten, was bei der prothetischen Versorgung ästhetische und funktionelle Probleme mit sich bringen kann. Ausserdem sind Keramik-Implantate meist deutlich teurer als solche aus Titan. Wir bieten Keramikimplantate ausschliesslich zum Einzelzahnersatz für diejenigen Patienten an, die auf eine metallfreie Versorgung Wert legen. Für grössere Brücken oder Totalsanierungen mit Implantaten raten wir derzeit noch von Keramikimplantaten ab.

Alternative Implantatformen, wie z.B. Blattimplantate oder BOI-Implantate (Basale Osseo Integration)  finden bei uns keine Verwendung. Diese Implantate werden auch von den meisten wissenschaftlichen Fachgesellschaften nicht empfohlen.

keramik-implantat
Keramik-Implantat

Wie wird ein Implantat eingesetzt?

Eine sorgfältige Planung der Implantat-Operation ist unerlässlich. Bei der Untersuchung des Patienten wird die Mundhöhle eingehend inspiziert und der Kieferknochen abgetastet. Röntgenbilder zeigen die verfügbare Höhe des Knochens an. In einfachen Fällen genügt eine Panorama-Übersichtsaufnahme der Kiefer (Orthopantomographie, Abkürzung OPT oder OPG), eventuell ergänzt durch kleine Zahnfilm-Röntgenaufnahmen.

In allen komplexen Fällen, in denen der verfügbare Knochen beschränkt ist, und wir z.B. in der Nähe von Gefühlsnerven operieren, fertigen wir eine Computertomographie (CT) der Kieferknochen an. Die Digitale Volumen-Tomographie (DVT) ist eine neue Variante der Computertomographie, die speziell für den Kopfbereich entwickelt wurde. Im Vergleich zur normalen Computertomographie hat die DVT eine bis zu 80% verringerte Strahlenbelastung. Damit liegt die Strahlenbelastung der DVT praktisch auf dem Niveau einer normalen Panorama-Röntgenaufnahme (OPT). Weitere Informationen zu Thema DVT erhalten Sie hier.

Eine weitere Option, vor allem für grössere Eingriffe wie z.B. Knochenaufbauten oder Totalsanierungen, ist die Behandlung in Vollnarkose. In unserer Praxisklinik steht uns dafür ein eigener, speziell eingerichteter Operationssaal zur Verfügung, wobei wir dann ein erfahrenes Anästhesistenteam hinzuziehen.

Sobald die Betäubung wirkt, wird das Zahnfleisch vorsichtig eröffnet. Mit genau aufeinander abgestimmten kalibrierten Bohrern wird dann möglichst schonend das Implantatbett im Knochen präpariert. Das geschieht unter steriler Wasserkühlung, um eine Überhitzung des Knochens zu vermeiden. Das geeignete Implantat wird sodann ausgewählt und vorsichtig eingeschraubt. Die Schleimhaut wird über dem Implantat sorgfältig vernäht und, falls nötig, eine provisorische Prothese oder Brücke eingesetzt. Bei der schablonengeführten Implantation kann der Eingriff sogar geschlossen erfolgen, das heisst ganz ohne „Aufschneiden“ des Zahnfleisches.

Die Computertomographie oder Volumentomografie liefert präzise dreidimensionale Bilder des Kieferknochens im Massstab 1:1 und ermöglicht eine optimale 3D-Planung der Implantat-Operation. Durch die räumliche Darstellung kann der verfügbare Knochen genau vermessen werden. Die optimale Positionierung, die Länge und der Durchmesser der Implantate kann nun anhand des Knochenangebotes ebenso geplant werden, wie auch eventuell erforderliche Knochenaufbauten. Auch sind Aussagen über die Qualität des Knochens (fest oder porös) möglich. Die CT- bzw. DVT-Bilder zeigen auch genau die im Knochen verlaufenden Nerven und andere Strukturen, die bei der Operation keinesfalls verletzt werden dürfen. Dies bedeutet für den Patienten ein erhebliches Plus an Sicherheit.

Eine weitere Anwendung der dreidimensionalen Bilder ist die computergeführte Implantation, die für den Patienten schonendste und sicherste Methode überhaupt.

Implantatplanung mit dreidimensionalen CT Bildern
Implantatplanung mit dreidimensionalen CT-Bildern

 

Das „Einpflanzen“ eines Dentalimplantates, die Implantation, ist ein unter sterilen Bedingungen durchgeführter operativer Eingriff, der je nach Schwierigkeit etwa 30-60 Minuten (beim gleichzeitigen Einsetzen mehrerer Implantate evtl. auch länger) dauert. Er wird normalerweise absolut schmerzfrei in Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) vorgenommen. Wir wissen aber, dass trotz der Schmerzlosigkeit viele Patienten derartige Eingriffe als Belastung empfinden. Daher operieren wir in unserer Praxis häufig in örtlicher Betäubung mit zusätzlicher Sedierung (Ruhigstellung), z.B. Lachgas oder andere Beruhigungsmittel. Vorteil: Der Patient ist dabei völlig entspannt und empfindet die Behandlung nicht als unangenehm.

Schritt für Schritt: Einsetzung eines Implantats
Von links nach rechts:
1. Vorbohrung im Knochen
2. Das Implantat ist eingesetzt, das Zahnfleisch darüber vernäht
3. Nach Einheilung Wiedereröffnung des Zahnfleisches
4. Die fertige Krone auf dem Implantat

Freilegung des Implantats

Normalerweise sollten Dentalimplantate 6-12 Wochen unbelastet einheilen, eine Ausnahme macht die sogenannte Sofortbelastung. Nach der Einheilphase werden in einem kleinen Eingriff die Implantatköpfe freigelegt. Diese Operation führen wir bevorzugt mit dem Laser durch, was eine besonders gute Wundheilung garantiert und schmerzlos vor sich geht. Nach der Freilegung wird dann ein Abdruck genommen und die prothetische Versorgung der Implantate (Krone, Brücke oder Prothese) im zahntechnischen Labor angefertigt. In vielen Fällen wählen wir heute eine offene Einheilung der Implantate, bei der eine chirurgische Freilegung nicht erforderlich ist.

Hier geht es zum nächsten Kapitel: Einzelzahnimplantat und Implantate im zahnlosen Kiefer.