Fluoridierte Milch fördert die Remineralisation experimentell induzierter kariesartiger Läsionen. Im Rahmen einer Studie der Universität Witten-Herdecke (WH Arnold et al.) wurden zwölf extrahierte Molaren mit Wachs abgedeckt, wobei zwei Flächen von jeweils 3 mm² auf der bukkalen sowie der lingualen Oberfläche ausgespart wurden. Alle Zähne wurden zunächst in einer demineralisierenden Lösung (pH 4,85) für drei Tage inkubiert. Anschließend unterteilten die Wissenschafter die Zähne in vier Gruppen, die für weitere drei Tage in unterschiedlichen Lösungen gelagert wurden:

  1. Milch,
  2. fluoridierte Milch (2,2 mg NaF/l= 1 ppm F),
  3. Salz,
  4. remineralisierende Lösung.

Die Proben durchliefen diesen Zyklus alternierend über einen Zeitraum von 99 Tagen. Danach wurden Schmelzsegmente aus den Proben herausgeschnitten und mikroskopisch (PLM und SEM) sowie per Röntgenanalyse (EDX) untersucht. Die Proben, die in der fluoridierten Milch (F-Milch) gelagert hatten, wiesen einen signifikant höheren Fluoridgehalt in der obersten Schmelzschicht sowie im Bereich der Läsionen auf. Generell zeigten sich die Läsionen in der F-Milch-Gruppe im Vergleich zu allen anderen Gruppen am wenigsten stark demineralisiert. Auf Grund des nachweislich kariesprotektiven Effekts fluoridierter Milch befürworten die Autoren deren Verbreitung etwa in Kindernahrung. Auch in Hinblick auf Programme zur Kariesprophylaxe in Entwicklungsländern könnte die Verbreitung fluoridierter Milch ein vielversprechender Ansatz sein.