Streptokokken mit verantwortlich für Sinusitis
Bei einer Sinusitis ist die Nasennebenhöhlen-Schleimhaut allergisch oder infektiös bedingt entzündet. Die Erreger sind meist Viren oder Bakterien wie Streptokokken, die aus dem Nasenraum eingedrungen sind. Ob eine erfolgreiche Therapie der Nasennebenhöhlen-Entzündung auch die chronischen Leiden beseitigt, müssen weitere Untersuchungen zeigen, so Wissenschaftler der Georgetown University Washington (A. Chester et al.) in einer rezenten Studie in Archives of Internal Medicine.

Chester et al. befragten 297 Patienten einer internistischen Praxis. Davon gaben 22 Prozent an, unter ungeklärter chronischer Müdigkeit und 11 Prozent unter chronischen Schmerzen unbekannter Ursache zu leiden. Auf 9 Prozent trafen beide Beschwerden zu. In der gleichen Patientengruppen diagnostizierten die Mediziner überdurchschnittlich oft verschiedene Symptome von Nasennebenhöhlen-Entzündungen. Diese waren bei den Müdigkeitspatienten neunmal, bei den Schmerzpatienten sechsmal häufiger als bei einer Kontrollgruppe. Menschen, deren Erschöpfungszustand eine bekannte klinische Ursache hatte, zeigten dagegen seltener Anzeichen einer Sinusitis. Auf 15 der 65 chronisch erschöpften Patienten traf die Diagnose „Chronisches Müdigkeitssyndrom“ zu. Die meisten davon berichteten über einen plötzlichen Beginn ihrer Erkrankung, wie es auch für die Sinusitis üblich ist.

In weiteren Studie wollen die Wissenschaftler nun überprüfen, ob eine Behandlung der Sinusitis auch Erschöpfung und Schmerz mindert. Wenn auch eine Sinusitis nicht für jeden Patienten die Erklärung für diese chronischen Leiden sein werde, sollte sie zumindest stärker in Betracht gezogen werden.